Dienstag, 27. Juni 2017

Sag mir, wo die Fliegen sind

Mädchen aßen sie geschwind? Na, ich hoffe nicht. Ich rede von der normalen Stubenfliege, Musca domestica. Ich lebe am Waldrand, ein Schafstall mit fast 300 Schafen liegt keine 500 Meter von meinem Haus. Wildschweine und Rehe streifen durch den Garten (und fressen die Rosen, die Drecksviecher).

Normalerweise ist hier ab April Fliegensaison. Trotz Fliegengitter an allen Fenstern und Türen muß ich diese Leimstreifen aufhängen und einmal die Woche wechseln, weil sie dann voll sind. Und wenn du mal draußen bist und was mampfst, dann kommen die grün-schillernden Kameraden von der SA (Schmeißfliegenarmee) und brummen um dich herum.

Normalerweise. Ab April. Jedes Jahr. Dieses Jahr? Nichts. Ich meine nichts. Zwei, in Zahlen 2 Stubenfliegen hatten wir dieses Jahr. Die Schmeißfliegen sind auch kaum der Rede wert. Beschäftigt mich seit Mai, die Abwesenheit. Dann hab ichs zufällig beim Tierarzt erwähnt und erhielt zur Antwort: "Komisch. Ja, jetzt wo Sies sagen: Bei uns auch."

Hat mich stutzig gemacht. Der Mann wohnt mehr als sechs Kilometer von mir. Ich wollte mehr wissen und Leute befragen. Das ist jetzt etwas dünnes Eis. Fliegen beiläufig in ein Gespräch einbinden. Ich vermisse sie zwar, aber das ist mehr... abstrakt? Und ich wollte meine Gesprächspartner ja nicht unbedingt verschrecken mit einer Erscheinung als Mann mit sehr seltsamen Vorlieben. Meine Erscheinung und meine Art insgesamt sind für die nordpfälzische Provinzbevölkerung schon anstrengend (aber sie geben sich alle Mühe und sind nett, und das find ich toll. Insofern hier auch mal Kudos für meine geliebte Wahlheimat).

Jedenfalls beim zwanglosen Plaudern über Stubenfliegen und ihre Abwesenheit im Supermarkt, beim Bäcker, auf der Poststelle, im Tabakladen - überall dieselbe Antwort:

"Komisch. Ja, jetzt wo Sies sagen: Bei uns auch."

Und das finde ich scheiß beunruhigend. Das ist auf meiner Karte ein Radius von fast 30 km im Eck zwischen den Kreisen Bad Kreuznach - Kusel - Donnersberg. Insofern hier auch an alle Leser dieses Blogbeitrags die Frage: Siehts bei euch auch ungewöhnlich aus mit Stubenfliegen (und ungefähr wo in Deutschland)? Und mit Grillen, davon höre ich nämlich auch nur wenige in der Nacht.

So fangen Horrorfilme an. Oder hat irgendjemand 'ne andere Erklärung?

Bullshit-Index: 0,08!

Schwedische Blutschwere - Erste Eindrücke von Symbaroum

Mein Symbaroum ist vor einiger Zeit angekommen, und mittlerweile konnte ich es lesen. Ich bin ja auf eine deutsche Ausgabe gespannt, seit dem ich 2014 das Gerücht in die Welt gesetzt habe, es könne eine geben. Jetzt habe ich genug für erste Eindrücke im Blog gelesen.

Hinweis 1: Dies ist keine "Review" oder "Rezension", dies sind Eindrücke vom Lesen. Andererseits sind die meisten Systemrezensionen keine solche, da für eine anständige Rezension eine Spielerfahrung von 20 Stunden oder mehr notwendig ist, was aber die wenigsten Rezensenten aufweisen.

Hinweis 2: Ich arbeite seit 2016 als Übersetzer für Savage Worlds mit Prometheus zusammen. Macht mich das zum Jubelperser? Nö. Wäre es schlecht geworden, hätte ich keine Besprechung verfaßt, so loyal bin ich. Aber ich schreibe nicht gegen meine Überzeugung. Insofern: Spoiler Alert! Ich mag das Buch.

Material und Übersetzung

Das Buch selbst ist dunkel, schwer und prachtvoll bebildert. Die Textgliederung ist übersichtlich, ein Index ist vorhanden (einer der ganz dicken Pluspunkte) und ein grünes Lesebändchen komplettiert das Werk. Ich bin kein großer Freund von Hochglanzpapier, aber alles in allem ist das ein großartiges Buch geworden.

Die Übersetzung ist solide. An einigen, wenigen Stellen lupfte ich die Augenbrauen. Umgekehrt bin ich mir sicher, haben die Kollegen das einigen Stellen meiner Übersetzungen auch getan. Übersetzungen stellen nie irgendjemand vollständig zufrieden, das ist Teil ihrer Essenz. Und wir kennen oft, wenn wir werten, auch das Original nicht.

Überhaupt sind auch Originale ja selten unumstritten. Während einige (wenige) das neue DSA5-GRW gerade in dieser Hinsicht lobten, frage ich mich immer noch, ob und wie die Übersetzer der englischen Ausgabe dieses dröge stelzende Prokuristendeutsch in lesbares Englisch überführt haben. Die Neugier ist allerdings nicht groß genug, es mir zuzulegen.

In summa: Der Text ist sprachlich fast durchweg grundsolide, liest sich flüssig und verständlich. Die Settingpassagen kommen manchmal richtig "stimmungsvoll" daher. Mehr erwarte ich nicht.

Samstag, 17. Juni 2017

Erweckungsspieler

Erweckungsspieler/in, der/die: Rollenspieler, der seine persönliche Epiphanie erlebt hat, sich zum Monosystemismus bekennt und der damit verbundenen Verlockung des Missionierens erlegen ist. Lebt diesen Hang überall aus. Siehe auch Zeugen Jehovas. Beispiele:
PowerOrc89: Morgen knüppelhartes Dungeon bei Thilo. Baue gerade einen Tiefling-Sorcerer Stufe 15 und hänge ein bißchen am optimierten Build, besonders Items. Brauche dringend Profi-Hilfe! System D&D 3.5 mit allen Optionsbänden von WotC.
Sonnenpony: Du mußt FUNZ spielen. Bei FUNZ hast du keine Probleme mit "optimierten Builds", da beschreibst du deinen Charakter mit narrativen Zuordnungen die man SCHERBEN nennt (weil sie nur eine Facette deines Charakters abbilden). Das FUNZT einfach und führt zu einem viel besseren Spiel als garstiges D&D. Pony! Pony!
PowerOrc89: Ja klasse, das hilft. 
Oder;
Weltenbauer33: Okay. Mein fein granuliertes System mit taktischem Anspruch ist in den letzten Zügen der Bearbeitung. Frage in die Runde: Bei der Initiative bin ich mir nicht sicher, welche Attribute (Kraft, Geschicklichkeit, Verstand, Wahrnehmung) mit einfließen sollen. Ich tendiere dazu alle zu berücksichtigen. Meinungen?
G.I. Bob Baumeister: Machs dir doch nicht so schwer. Bei SOCKS beginnt der, der gerade die Socke des Vertrauens (TM) hält und erzählt in 450 Silben oder mehr, was sein Charakter macht. Dann gibt er die Socke des Vertrauens (TM) an einen Spieler seiner Wahl weiter. Gibt er sie an den SL weiter, dann sind die NSC dran.
Weltenbauer33: Was an "fein granuliertes System mit taktischem Anspruch" hast du nicht verstanden? Bitte in 20 Silben oder weniger.
G.I. Bob Baumeister: Muß dieser Hatespeech sein?

Disclaimer 1: Bei weitem nicht alle FUNZ- und SOCKS-Spieler sind Erweckungsspieler. Aber ein ungewöhnlich hoher Anteil Erweckungsspieler legt sein Bekenntnis auf FUNZ oder SOCKS ab.

Disclaimer 2: Anmerkungen und Schilderungen zu FUNZ und SOCKS - auch solche im glühenden Ton des Glaubens - sind auch biestigen alten Männern wie mir willkommen, wenn sie hilfreich zu einem Thema beitragen. Aber eben nur dann.

Disclaimer 3: Für welche realen Systeme FUNZ und SOCKS jeweils stehen, wechselt ca. alle fünf Jahre.





Mittwoch, 7. Juni 2017

Äääääähhhh....

Humm. Homm. In der neuesten konkret schreibt Leo Fischer über die Infantilisierung an deutschen Hochschulen. Auch wenn ich dumpfe Ängste und Verdächtigungen hegte - das ist heftig. Das formt den Titel des Beitrags zu einer Musterübung in vornehmer Zurückhaltung.

Im Laufe dieses Beitrages erfahren wir beispielsweise von Josefines Existenz. Sie wird Literaturwissenschaften studieren. "Bravo" möchte man als alter Geisteswissenschaftler rufen, doch dann teilt sie mit uns, was sie am "VORbereitungskurs Literaturwissenschaften" (der Sinn dieser Schreibweise offenbart sich in einer parallelen Dimension) ganz knorke fand:
Mir hat es sehr gut gefallen, dass wir über verschiedene Autoren gesprochen haben, da ich mich bisher mit deutscher Literatur nicht so viel beschäftigt habe. Mir hat es auch gefallen, dass wir auf die Unterschiede zwischen Drama, Prosa und Lyrik eingegangen sind. Ich wusste natürlich, dass es welche gibt, aber die Frage ist dann: Welche? Jetzt weiß ich es.
Hier entsteht im Kopf des Lesers eine Pause, die wir hiermit füllen, während wir uns überlegen, ob wir wissen wollen, daß Josefine da draußen ist und Literaturwissenschaften studiert. Ich wäre lieber unwissend geblieben.

Was zur Hölle hat die 12 oder 13 Jahre lang in der Schule gemacht?! Fischer spricht im Zusammenhang davon, daß die Unis die Alphabetisierung noch einmal nachholen würden (und wahrscheinlich auch müssen). Warum? Was lernen die Kinder in rund 1500 Stunden Deutschunterricht an der Schule?

Der Rest des Artikels schaut gleichfalls trübe aus, und Hoffnung spüre ich da gar nicht. Das ist ein Offenbarungseid für das, was sich selbst großkotzig als Bildungsrepublik anpreist. "Unser Rohstoff sind gut ausgebildete Menschen." Willkommen in der Rohstoffknappheit. Das wird böse enden.

Freitag, 2. Juni 2017

Business as usual

Durch die Nebel bewegt sich die Gruppe langsam in Richtung Hafen zur Versteigerung des Diebesguts. Da man kaum die Hand vor Augen sieht, ist die Orientierung schwer und alle Eindrücke flüchtig bevor sie mit den Nebeln verschmelzen.

Deswegen sehen sie die zusammengekauerte Gestalt im Rinnstein erst, als sie fast vor ihr stehen: Ein junger Mann, auf den Quendillion und Tjörn sofort hilfsbereit zustürmen. Durch die plötzliche Aktivität um ihn herum wacht der Mann auf und während er sich aufrappelt, erkennen Quendillion und Tjörn, dass er kurz davor steht, am Frass zu sterben. Tjörn scheitert beim Versuch ihn zu heilen und eine Untersuchung sagt ihm, dass der Mann nicht überleben wird.

Mit dem Gedanken, die Ausbreitung der Seuche in der Stadt zu verhindern, beschließt Tjörn kurzerhand, den Mann mit seinem Hammer zu erschlagen. Der fast Wahnsinnige und völlig verängstigte Kranke flieht instinktiv vor ihm zur nächsten Priesterrobe und fällt Pater Ron zu Füßen. Doch der sieht nur zu, wie Tjörn mit einem brutalen Schlag den Schädel des Mannes zertrümmert. Danach zünden alle zusammen die Leiche an, und Ron betet für das Seelenheil des Mannes.

(Ich gehe grade hunderte Seiten Spielprotokolle aus den Nullerjahren durch. Ja, da gibt es einige echte Klopper.)

Donnerstag, 1. Juni 2017

Advanced Basil Smash

Erfunden hat diesen Cocktail Jörg Meyer aus dem Hamburger Le Lion vor ein paar Jahren (wahrscheinlich). Seitdem hat er sich zunächst zum Hipster-Liebling gemausert und schließlich sogar den Weg in den Stern gefunden, eine Hochglanzpostille, die mal Anspruch hatte.

Das wollen wir nicht gegen ihn verwenden, denn nett ist der Drink trotzdem. Aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht a) was zum Mäkeln fände und b) es besser machen wollen würde. Obs gelingt, kann der vergeigte Leser dann selbst entscheiden. Zunächst möge er das oben verlinkte Original mixen und verkosten. Das sieht so aus wie auf dem Bild. Dann kann er sich an meiner Variante versuchen.

  • 12 Basilikumblätter in einem Mörser trocken kräftig anstößeln.
  • 2 cl Gin dazu geben, um alles gut zu lösen. Der Trick ist: Wir nehmen einen billigen Gin. Wir lassen meine geliebten Mix-Standards Tanqueray Rangpur und Greenall im Schrank stehen und nehmen den Billig-Gin Finlays von Edeka. Der steht dem ganzen geschmacklich weniger im Weg.
  • Das Gemisch aus dem Mörser in den Shaker umgießen. Auffüllen mit
  • 4 cl Gin natürlich von derselben Sorte
  • 2 cl Limettensaft, der ein weitaus feineres Aromenspiel mit dem Basilikum erreicht als Zitrone und
  • 1 cl Zuckersirup, keinesfalls aus Rohrzucker gekocht, sondern aus Puderzucker oder mindestens weißem Zucker.
  • Eis reingeben (etwa eine kleine Hand voll crushed Ice) und sehr gut und ausdauernd schütteln.
  • In einen Champagnerkelch oder ein Martiniglas seihen, ohne Teesieb einfach durch den normalen Seiher. Die kleinen Basilikumfragmente im Drink sind gewollt. 
  • Serve straight up. Cocktailgarnituren sind für kleine Mädchen beim ersten Barbesuch.

Et voilà, so macht man aus einem Hipsterdrink einen klassischen short sour. Als alter Rollenspieler nenne ich das natürlich Advanced Basil Smash. Prost. (Angeregt durch Cthulhu-Monopoly.) Alle Ehre gebührt natürlich nach wie vor dem originalen Schöpfer; auf die ebenso geniale wie (im nachhinein) naheliegende Idee, die klassische Gin-Zitrus-Basis mit Basilikum zu vermählen, muß man auch erstmal kommen.

Ach ja: Prost.

Dienstag, 30. Mai 2017

Triste Tentakelspiele

Hulla. Heute wurden bei den Teilzeithelden die Publikumspreise der Roleplaying Convention aufgelistet, einer, wie die TZH betonen, der "bedeutendsten Publikumspreise der Phantastik in Deutschland". So steht es da.

Ja. Steht da so. Ohne rot zu werden. Wenn das nicht stimmt, sollte das rot werden vor Scham. Wenn es stimmt, vielleicht noch mehr.

Nicht nur, daß alle Preisträger so mainstreamig sind wie Hosenträger im Washingtoner Politikbetrieb (Hennen, Heitz, DSA), hat sich der eine oder andere echte Klopper an Verirrung auch noch reingemischt.

Das "beste Gesellschaftsspiel" - laut Publikum dieses Publikumspreises - ist tatata: Monopoly! Natürlich ein besonderes Monopoly, das "Monopoly Cthulhu". Ich kenn jetzt einige der Sondereditionen dieses "Klassikers" (viele Anführungszeichen in diesem Post), und in der Regel sind das einfach nur die normalen Regeln mit anderen Bildchen auf dem Brett.

Ich habs mir echt nicht vorstellen können, daß sowas den ersten Platz abräumt und vermutete eine Variante. Leider, leider durfte ich auf Amazon erfahren, daß sich Vertrauen in die Menschheit mal wieder ohne Daseinsberechtigung in meine Seele geschlichen hatte.
Das Spielziel bleibt unverändert, es gilt die Gegenspieler zu ruinieren und/oder selbst das meiste Geld zu sammeln. Auch das Spielprinzip bleibt natürlich gleich. (...) Diese Edition ändert nichts am Spielablauf selbst.
Wer Monopoly mag, hat auch Spaß dran, Frösche aufzublasen, bis sie platzen. Als Erwachsener. Und das Publikum fand im gesamten Bewertungszeitraum kein besseres "Gesellschaftsspiel" als Monopoly, denn genau das ist es. Und warum?
Sie [diese Edition] bringt die nervenaufreibende Stimmung der klassischen Bücher und Hörspiele nun auch auf das Brett. Das Spielbrett sowie die Karten und die (Sammler-)Spielfiguren (Necronomicon, Tafel der Kultisten, Cthulhu-Statuette, Glänzendes Trapezoeder, Das Hunde-Amulett, Dagon-Dolch) sind thematisch und detailliert gestaltet worden und bringen die irrsinnige Atmosphäre der Figuren und Orte thematisch auf den Spieltisch!
Dieser ranzelnde Kadaver wird also zum "besten" Gesellschaftsspiel gekürt, weil ein cleverer Verlag die Ikonographie der rassistischen Vorstellungswelt eines Hyperneurotikers aufs Spielbrett gepappt hat, ohne, daß das eine Verbindung zum eigentlichen Spielgeschehen hätte. Gratuliere Jahr 2017, gut gemacht.

Wenn man nun theoretisch davon ausgehen könnte, daß zum "Publikum" dieses Publikumspreises ein Haufen Rollenspieler gehören (immerhin ist das die "Roleplaying Convention"), würde das Trends auf dem RSP-Markt ebenso erklären wie etliche Begegnungen, die ich in der Vergangenheit so hatte. Naja. So spar ich einen Haufen Geld weil es viele neue interessante Produkte nicht geben wird. Dafür werden dann eben triste Tentakelspiele in Nazi-Uniformen abgefeiert.

Soll mir recht sein.

(Bullshit-Index ohne Fremdzitate 0.19)

Mittwoch, 24. Mai 2017

Mystara Mega-Bundle

Ich machs kurz. Zum B/X bzw. BEAM-Setting Mystara gibt es jetzt auf Drive Thru ein wirklich absolutes Mega-Bundle: Alle vierzehn Settingbände (Gazetteers) und die D&D Rules Cyclopedia für ganze fünfzehn (15) US-Dollar.

Johohoho. Is denn scho Weihnachten?

Samstag, 20. Mai 2017

Ui, was Feines

So ganz hintenrum, ohne, daß ich es mitkriegen kann (also über Facebook), kündigen die Homeriker eine neue Battlemech-Box an. Sie erscheint mir nicht ganz so üppig ausgestattet wie die alte Box von vor etwa drei Jahren, aber sie ist auch 10 Euro billiger. Als erster Schnupperausflug taugt sie wohl. Immerhin ist ja auch eine Mini-Kampagne drin zu finden, die den Vorstoß der Jadefalken auf den Planeten Barcelona zum Inhalt hat. Das Material selbst läßt sich ja für weitere Kampagnen nutzen.

Mmmh. Ach Zeit, wohin fliegst du?

Freitag, 19. Mai 2017

Genre Savvy

Was gehört dazu, wenn man eine Kampagne vorbereitet? Richtig! Genre-Kenntnis. Bevor man sich an eine ernsthafte Kampagne macht, muß man die Regeln des Genres kennen, um sie sinnvoll zu befolgen oder brechen zu können. Dankenswerterweise hat uns Hollywood ja in mehr als hundert Jahren in allen Abenteuergenres gut mit ansehbarem Genrematerial ausgestattet.

Daher im Player:

  • Captain Blood
  • The Sea Hawk
  • The Crimson Pirate (Der Film, aus dem Pirates of the Caribbean wirklich alles geklaut hat)
  • Against All Flags
  • Cutthroat Island
  • Pirates of the Caribbean (da gibts nur einen Teil, oder?)

Ich stelle mich dieser harten Aufgabe (Botucal Reserva bereit stellend) im Bewußtsein (Pfeife stopfend), daß ich das für meine Spieler halt ertragen muß (das Salmagundi sollte jetzt auch gut durchgezogen sein). Ich bin ein netter SL.

Arrrrh.

Dienstag, 16. Mai 2017

Keine Verlagsnews


Zack! Bumm! Und heute schon wieder: Irgendein Clown gerüchtelt rum, Prometheus Games habe die Savage Worlds-Lizenz verloren. Leute, das frißt mich echt an, nicht nur, weil ich mittelbar Betroffener bin. Nein, sondern weil es mir ernsthaft auf den Sack geht, daß seit Wochen so ein Unsinn gestreut wird, den man mit einem Mausklick aus der Welt räumen kann.

Solange Pinnacle Entertainment die Promethen als offiziellen Licensee führt bedeutet das was? Richtig, Sherlock, gut deduziert.

Das heißt nicht, daß es an dieser Front nicht vielleicht Klärungsbedarf gibt (ich habe davon keine Kenntnis wie alle hier), oder daß der Verlag an anderen Fronten in tiefem Wasser ist (davon habe ich Kenntnis wie alle hier). Aber diese recht schädigenden Behauptungen, die kann man sich doch sparen, oder? Da ein Sextaner mit Hirntrauma das nachprüfen kann, riecht das fast schon nach böser Absicht, wenns geposted wird.

Was alles andere in der Causa Prometheus betrifft: Ich sehe da eine schwierige Lage und hoffe und glaube auch, daß die da rauskommen werden. Wird schon.

P.S.: Besonders appetitlich finde ich die Blogger, die Posts nach folgendem Muster verfassen: "Ich hab total die heißen Insiderinfos, aber wenn ich die poste, kriege ich RICHTIG Streß, daher tu ichs nicht." Kotz. Schreibs, falls du was belegbar weißt, denn dann ist es wichtig. Falls du hingegen nur über Hörensagen verfügst, dann hör doch bitte auf, dich aufzublasen.

(Hinweis: Ich bin freier Mitarbeiter bei Prometheus Games. Dieser Artikel ist weder mit dem Verlag abgesprochen, noch steht er sonst in direkter Verbindung. Das sind simpel Beobachtungen einer Privatperson.)

Freitag, 7. April 2017

Spiel oder stirb!

Ausreichende Motivation
"Plothooks" sind der größte Blödsinn seit geschnitten Brot (ist am nächsten Morgen trocken wie ein Furz). Ich arbeite mich gerade mal wieder durch eine Großkampagne, und die halbe Seite "Plothooks", die das Designerteam anbietet, ist belangloses Blah-Blah. Am Stilbruch zum Rest des Textes merkt man auch, daß die das wissen.

Sie können ja auch gar nix anderes anbieten. Sie wissen ja nicht auf welche Spieler welcher Charaktere in welch spezifischer Konstellation ihr Text treffen wird. Der einzige, der einen vernünftigen Handlungshaken schmieden kann, ist der Spielleiter einer Gruppe.

Und wo wir gerade dabei sind: Die Spieler sollten eigentlich nur einen einzigen Handlungshaken benötigen: Ihr seid Rollenspieler, eure Charaktere sind per definitionem Abenteurer. Hier ist ein Abenteuer, go figure! Wer mehr braucht ("Was motiviert mich?"), sollte seine innere Einstellung nachjustieren und aufhören, abenteuerverweigernde Charaktere an den Tisch zu bringen.

Natürlich verpacke ich auch meine Aufhänger etwas attraktiver und aud die jeweilige Gruppe zugeschnitten, aber im Endeffekt nerven mich Verweigerer einfach nur an. Ich als Spielleiter hab mir die Scheißarbeit gemacht, etwas zu entwerfen oder mindestens vorzubereiten, und du erwartest jetzt auch noch, daß ich rumtanze. Gehts noch? Spiel oder stirb!

Dienstag, 28. März 2017

Book of the Month

Im Februar ausgefallen, weil ich das Februarbuch nicht ganz durchbekommen habe: Felix A. Münter, The Rising. Naja, was soll ich sagen? Mehr als Durchschnitt ist es nicht, und da bin ich freundlich. Über weite Strecken las es sich wie ein Hohlbein in der Handlungs- und Figurenentwicklung, allerdings wie einer der besseren aus den 1980ern. Einhergehend damit unnötige Anglizismen, sogar einige Stilblüten und eine galoppierende Adjektivitis, bei der ich mir gewünscht hätte, eine Lektor wäre dazwischengefahren wie ein Inquisitor auf dem Hexensabbat. Nö, für mich war das nix.

Das Buch für März war dann The Mitfords - Letters Between Sisters. Das sind die gesammelten Briefe der Mitfordschwestern, quasi als Ergänzung zu meiner Januarlektüre. Die 800 Seiten sind mehr zum punktuellen Lesen gedacht, zumal der für mich wirklich interessante Teil auf Seite 200 oder so endet.

Daher im April dann wieder ein interessantes Sachbuch: The Wicked Boy von Kate Summerscale. Eine Schilderung der Ereignisse um einen der viktorianischen Skandalprozesse: Die Verhandlung über den kindlichen Mörder Robert Coombes. Ich hab von dem Fall mal am Rande was mitbekommen und bin sehr gespannt. Vielleicht hat das mal genug Fleisch auf den Rippen für eine ausführliche Besprechung.

In der Belletristik reizt mich momentan so überhaupt nichts. Die Neuvorstellungen von der Leipziger Buchmesse erregen auch eher untertemperiertes Interesse.

Sonntag, 26. März 2017

"Geister sind traurige Erinnerungen ohne Zuhause"

Wie bespricht man The Vanishing of Ethan Carter? Es ist nicht direkt ein Spiel, mehr eine interaktive Elegie voll dunkler Geheimnisse. Die spielerischen Anteile dieses offiziell als "Adventure" laufenden Produktes eines kleinen polnischen Indie-Studios aus dem Jahre 2014 sind denkbar gering. Dafür sind sie originell. Beispielsweise hätte ich nicht erwartet, in einem Spiel die umstrittenen Methoden der Aufstelltherapie als forensisches Instrument nutzen zu können. Der übernatürliche Sinn des Protagonisten, mit dem er Hinweise untersuchen kann, ist auch sehr ansehnlich umgesetzt.

Technisch setzt das Spiel auf der Unreal 3 auf und reizt deren Renderingmöglichkeiten bis zum Anschlag aus. Trotzdem läuft es in voller Pracht auch auf schwächeren Maschinen, solange die GPU und der VRAM ausreichen. Es ist ziemlich sicher die schönste Arbeit für die Unreal 3. Die First-Person-Perspektive des Spieles trägt sehr zur Immersion bei, denn man kann die ganze Pracht der Welt genießen, ohne, daß andauernd irgendein Depp, der ich sein soll, im Bild rumsteht.

Der  Sound ist gediegen atmosphärisch und der Score schwankt zwischen etwas Richard Wagner und viel Mark Snow, nicht herausragend, aber stets passend.

Donnerstag, 9. März 2017

What the Hell?

Heute geschah in einer Online-Community das:
Auf Wiedersehen. Der Konsens hier in der Community verhindert meine weitere Teilnahme. Nach einigen Jahren verabschiede ich mich als aktives Mitglied.
Jo. Um es klarzustellen: In einer RSP-Community, die naturgemäß eine Unzahl an Themen diskutiert, hat das Mitglied ein Problem mit dem Konsens bei einem Thema. Und sagt "Tschüß".

Selbstverständlich hat er das gute Recht dazu, immer und jederzeit, aber, Hand aufs Herz: Warum? Weil die Community in einem Aspekt nicht so tickt wie er? Mein Gott, würde die Welt im Gleichklang schwingen, dann könnte man Huxley als positive Utopie verorten und ich entleibte mich selbst auf japanische Art. Nur in respektvollem Streite wächst der Charakter, gegenseitiges Eier(stock)schaukeln schrumpft dich, macht dich klein.

Wer sich gegenseitig nur auf auf die Schulter klopft, der hat sich nichts zu sagen.

Diese Haltung des sich vor jeder Form des Dissens Wegduckenden verarmt uns alle. Diese Community wird mehr zur Filterblase, das virtuelle Umfeld des Betreffenden wird auch mehr zur Filterblase, weil er ganz offenkundig Dissens abblockt und nur bestätigende Meinungen sucht.

Ich kenne die Person nur online, aber hier verkauft er sich mMn weit unter Wert. Und gerade weil ich in fast keiner Frage so denke wie er, wird er mir fehlen. Weil nur die Gegenmeinung mir einen neuen Blick auf meine Ansichten ermöglicht, der auch mir Neues zeigt. Aber ich fürchte, wer sich gezielt in Filterblasen zurückzieht, der versteht nicht, warum ich das glaube.

Montag, 6. März 2017

Moral und schlimme Bilder

Je nachdem, ob und zu welchem Lager du gehörst, ist die Geschichte des Herbstes 2015 ziemlich eindeutig geschrieben. In der dunkeldeutschen Vorstellungswelt wissen wir, daß eine irgendwie auf ungute Art mit der SED verbandelte Pastorentochter mit teuflischem Handrhombus und ausgewählten Spießgesellen die deutschen Grenzen für muslimische Serienvergewaltiger öffnete, um das Deutschtum auszurotten. Da gibts schon in Mein Kampf von diesem, na, diesem Dingens eine Passage um einen "kleinen Judenjungen"...

Idioten. O mein Gott. Zu blöde zum Atmen, möchte man hoffen.

Die helldeutsche Variante besoff (und besäuft) sich an der eigenen höheren Moralität (nicht Moral, o nein), beklatschte Unglückliche an Bahnhöfen (find ich immer noch zynisch) und fabulierte von der Moral, der deutschen, und davon wie Merkel mutig vorweg geschritten sei in dieser Zeit. Auch hier gings um das Wesen des Teutonen und wie es doch so viel besser sei als das der anderen Nationen. Ihr Völker der Welt, schaut auf dieses Land. Wir nehmen sie auf, die Geschundenen und Beladenen. In jenen Oktobertagen erschien es Helldeutschland, als solle die Welt am deutschen Wesen genesen, weil... Öh. Den Text kenn' ich auch, oder?

So richtig helle sind die jetzt auch nicht, die Helldeutschen.

Beide Geschichten, neudeutsch Narrative, hielt ich immer für absolut unglaubwürdig. Beides erfordert Charakterstärke und rasches Handeln. Nicht unbedingt von der guten Sorte, aber das verlangt halt Entschlußfreude.

Dabei reden wir von Merkel.

Angela Merkel. Baumbart wirkt kurzentschlossen gegen diese Frau, die "unsere" Kanzlerin ist. Ne, das hab ich nie geglaubt.

Und wie ich heute lesen durfte: Mit gutem Recht. In der WELT gab es heute einen interessanten Artikel zu diesen wilden Tagen, als die Massen 'gen Europa strömten. Merkel, das geht daraus hervor, hätte absolut keine Probleme damit gehabt, Flüchtlinge an den deutschen Grenzen gewaltsam abzuweisen (und der Rest der Regierung auch nicht). Es gab da nur ein kleines Problem:
Die Kanzlerin traf keine Entscheidung, sondern verlangte von ihrem Minister Zusagen, dass die Grenzschließung vor Gerichten Bestand haben würde und es außerdem keine öffentlich schwer vermittelbaren Bilder vom Einsatz der Bundeswehr gegen Flüchtlinge gebe.
Und die Welt ist wieder in Ordnung. Das ist doch die Angela Merkel, die wir kennen, mitsamt den Moralvorstellungen einer evangelischen Pastorentochter (das ist sie ja wirklich).

  • Sie trifft keine Entscheidung.
  • Verantwortung haben gefälligst Subalterne zu tragen.
  • Und um Gottes Willen keine schlechte Publicity.

Die Welt dreht sich also doch noch normal. Dann kann ich ja schlafen gehen.

TLDR: Angela Merkel wollte genau das tun, was Pegida & Co gerne gesehen hätten. Es wären halt nur so häßliche Bilder dabei entstanden.

(Bullshit-Index 0.11)


Donnerstag, 2. März 2017

The Sinister Tunnels of Greenfield

Ich folge Guillaume Tavernier schon eine ganze Weile auf Google+; er gestaltet einfach hinreißend schöne Karten, die mich immer wieder anregen. Unter anderem zeichnete er für die künstlerische Gestaltung von Evil Hats Blood on the Trail verantwortlich. Vor einigen Wochen hat er dann ein Modul veröffentlicht.

The Sinister Tunnels of Greenfield

Einsteigerabenteuer (Fantasy)
Text: Laurent B
Kartographie und Illustrationen: Guillaume Tavernier
Erhältlich auf DriveThru für $ 3,00

Material:

Das Abenteuer ist 16 + Frontcover Seiten stark und hat eine gesunde Mischung aus Text, Karten und Illustrationen. Das Lay-Out empfinde ich als trist, aber die Illus sind ordentlich und die (bereits bekannten) Karten natürlich großartig. Das PDF selbst besteht nur aus Bildern, nicht aus wirklichem Text, so daß dieser nicht suchbar ist und auch nicht extrahiert werden kann, was nicht sehr benutzerfreundlich ist. Daher kommt das eher schmale PDF dann auch auf 56 MB download.

Inhalt:

Das Abenteuer ist systemagnostisch, eignet sich aber mbMn am ehesten für OSR-artige Spiele mit niedrigstufigen Charakteren, nicht zuletzt wegen der Organisation (dazu gleich mehr). Es ist ein Intrigenabenteuer in einer kleinen Stadt, mit einem undurchsichtigen Schurken mit noch undurchsichtigeren Plänen, einem unheimlichen Waisenhaus und auch einer nicht eben kleinen Spinne. Der Höhepunkt des Abenteuers findet natürlich nach einigen Nachforschungen in den titelgebenden Tunneln statt. Das ist alles sehr bodenständig, praktisch aventurientauglich oder auch für Warhammer FRP 1 geeignet. Für alte, übersättigte Hasen ist das fast schon zu unaufgeregt. Trotzdem solide und sehr einsteigertauglich.

Die Designer verzichten auf jede Form von "Plot-Design", was ich bei Kaufmodulen immer großartig finde. Dann muß ich das nicht mühselig rausoperieren. Sie schildern die Charaktere, ihre Intentionen und die Schauplätze. Das geschieht auf 14 großzügig illustrierten Seiten. Erst am Ende folgen zwei Seiten, wie die SC involviert werden können. Klappt das nicht, so nimmt das Unheil eben seinen Lauf. Genau so soll das sein.

Fazit:

Auch wenn die Gliederung des Abenteuer mir sehr entgegenkommt, so gilt das nicht für die großen Textbrocken. Den Beschreibungen der Örtlichkeiten fehlt es arg an einer vernünftigen Struktur. Das Modul ist einsteigerfreundlich, aber der SL sollte wirklich wissen, was er tut. Trotzdem: Alles in allem ein rundes kleines Brot-und-Butter-Abenteuer, geeignet eine frische Gruppe ins Spiel zu bringen. Zehn Punkte gibt es zu erringen:

1 Punkt Abzug inhaltlich, weil es ein wirklich sehr gewöhnliches Abenteuer ist.
1 Punkt Abzug künstlerisch, weil die prächtigen Karten in dieser Gestaltung etwas verschenkt wirken.
1,5 Punkte Abzug Spieltischtauglichkeit, weil ein nur aus Bildern bestehendes PDF weder suchbar noch verarbeitbar ist. Das reduziert seine Tauglichkeit als Arbeitsmaterial. Zudem ist die Textstruktur unübersichtlich.

Fazit 6,5 von 10 Punkten, Preis-Leistung gut.

(M. Tavernier hat auch eine Patroen-Seite, falls da jemand Interesse zeigt.)

Donnerstag, 16. Februar 2017

Ui. Das ist schade, Uhrwerk.

Uhrwerk stellt die deutsche Linie für Der Eine Ring ein. Das finde ich extrem schade. Auch wenn ich mit Teilen des Regelwerks fremdle, weil sie mir extrem meta und zu behäbig-tantig gleichzeitig erscheinen, ist das Settingmaterial hingegen von einer Qualität, die es für Tolkiens Mittelerde seit den Laurin-Tagen nicht mehr gab Die Abenteueranthologien sind sogar deutlich besser als die alten Sachen von MERS. Auch die Übersetzungen taugen nach Anlaufschwierigkeiten, die lange vergeben sind.

Ein Jammer. Die Erklärung vom Verlag ist natürlich (kaufmännisch) schlüssig, aber es heißt auch, daß eben 08/15-Fantasy wie Splittermond und der Xte, dazu noch abgeschmackte Aufguß von Cthulhu bessere Marktchancen haben als eine der facettenreichsten Fantasywelten aller Zeiten.

Dreck.

Samstag, 11. Februar 2017

My Personal Book of the Month Club

In den letzten paar Jahren hatte ich mit Bücher lesen aufgrund meiner Augen erhebliche Schwierigkeiten, dazu litt ich bedingt durch eine massive (natürlich bis 2015 unentdeckte) Borreliose an Konzentrationsschwächen. Bücher lesen war in diesen Jahren nicht so meins.

Rotz. Ich hab davor 50 bis 70 Bücher in verschiedenen Sprachen pro Jahr gelesen. Den ersten Band von A Song of Ice and Fire habe ich damals in drei Nächten weggelesen. (Für den dritten habe ich dann drei Monate gebraucht und bin mir ziemlich sicher, daß nicht die Borelliose die Ursache war.)

Deswegen eines meiner Projekte für dieses Jahr: Mindestens jeden Monat ein Buch lesen. Das für Januar war Ich blätterte gerade in der Vogue, da sprach mich der Führer an. Es handelt sich dabei um eine Biographie der Mitford-Schwestern in deren Zentrum Unity Valkyrie Mitford steht.

Michaela Karl schreibt stilistisch beschwingt und bietet einen wunderbaren Einblick vor allem in das Seelenleben der jungen Upper Class Englands in der Zwischenkriegszeit. Humor und Tragik halten sich hier fein austariert die Waage. Absolute Leseempfehlung und einen Kesselrun entfernt von den üblichen Büchern zum Thema "Drittes Reich", die mittlerweile flächendeckend der Knoopisierung anheimgefallen scheinen (Ich wart ja auf Hitlers Schlüpfer und die Fortsetzung Des Führers rechte Socken).

Nach soviel Bildung dann im Februar waschechte Spannungsliteratur, ebenfalls Deutsch: Neue Hoffnung, der erste Band der Rising-Serie von Felix Münter. Hat man mir empfohlen.

Donnerstag, 9. Februar 2017

Und da ist es.

Schnall den Sechsschüsser um und sattle auf, Amigo. Es ist Zeit, deinen rauhbeinigen Revolverhelden, geheimnisvollen Huckster oder wilden Indianerkrieger von der Kette zu lassen. Seit gestern ist das deutsche Spielerhandbuch zu Deadlands: Reloaded als PDF bei Drivethru erhältlich. Das dauerte jetzt eine Woche vom Ende der Schwarmfinanzierung bis zur digitalen Publikation des ersten Buches. Sportlich.

(Hinweis in eigener Sache: Ich gehöre zum betreffenden Übersetzerteam und bin naturlich voreingenommen.)

Mittwoch, 8. Februar 2017

Myrkgard

Da es nirgends sonst im Aggregator auftaucht, mach ich es halt: Myrkgard ist als Download erhältlich. Es handelt sich dabei um ein alternatives Setting für das Midgard-Rollenspiel. In dem 200-seitigen PDF stecken Blut, Schweiß und Tränen mehrerer Spielweltautoren, die sich da am Anfang des Milleniums ordentlich ins Zeug gelegt haben.

Ich kannte das nicht. Nach einigem Schmökern: Gute Texte, gut präsentiert, machen Lust auf Abenteuer in dieser Welt. Diese harsche Spiegelung Midgards gefällt mir doch deutlich besser als das Original. Ach ja, die großformatige Karte ist auch sehr schön.

Ohne Einschränkung empfehlenswert. Und einen herzlichen Dank an alle Macher dieses schönes Produktes.

(via Zornhau auf G+)

Freitag, 20. Januar 2017

I love you, Sheriff Truman


Erster Post im neuen Jahr (ich mach grad Urlaub...) ist - natürlich - ein Abgesang. Miguel Ferrer, hervorragender Charakterdarsteller der zweiten Garde, ist am gestrigen Donnerstag gestorben. Scheißkrebs.