Freitag, 20. Mai 2016

Holy Moses

Generalmajor Gadi Eisenkot
TLDR: In Israel gerät die Armeeführung mit der fundamentalistischen Regierung aneinander. Der Verteidigungsminister tritt heute zurück und Putschgerüchte schwirren in den Medien.

Hierzulande kriegen wir ja über Israel so gut wie gar nichts mit, da herrscht ein medialer Blackout ohnegleichen (dazu später noch ein paar Takte). Gelegentlich Bilder von Terroranschlägen und ein paar Eindrücke, wenn dort die (der?) Knesset, also das Parlament gewählt wird.

Ansonsten: Finsternis.

Jetzt hat sich in den letzten Tagen in Israel etwas entwickelt, was bei einem so wichtigen Land normalerweise zu längeren Berichten in den Hauptnachrichten führen müßte: Die Armeeführung der israelischen Streitkräfte IDF und die rechtsaußen / protofaschistische Regierung von Benjamin Netanjahu ("Bibi") liegen in einem massiven Streit, der nach einigen Beobachtern in einem Putsch enden könnte.

Der vorläufige Höhepunkt: Am heutigen Freitagmorgen ist der Verteidigungsminister zurückgetreten, aus professionellen, vor allem aber "moralischen Differenzen mit dem Premierminister" und dem Kabinett.
Ich kämpfte mit aller Macht gegen Erscheinungsformen von Extremismus, Gewalt und Rassismus in der israelischen Gesellschaft, die ihre Stabilität gefährden und auch in die IDF sickern.(...) Ich kämpfte mit aller Macht gegen Versuche, das Verfassungsgericht und israelische Richter zu schädigen, Trends, die als Ergebnis die Herrschaft des Gesetzes schädigen können und katastrophal für unser Land wären.
Er spricht davon, die "Extremisten" hätten "das Land übernommen".

Zuvor hatte sich der Minister hinter seine Generäle gestellt und ihnen erlaubt, ihre Meinung zu äußern. Dies erreichte eine erste Spannungsspitze, als am Holocaust Gedenktag (4. Mai) der stellvertretende Generalstabschef Yair Golan in einer öffentlichen Rede scharf mit den Zuständen ins Gericht ging.
Wenn es etwas gibt, was mich am Holocaust Gedenktag fürchten läßt, dann ist es die Betrachtung der abscheulichen Vorgänge, die sich in Europa und besonders in Deutschland damals - vor 70, 80 und 90 Jahren - ereigneten, und das Erkennen, daß sich Anzeichen davon bei uns finden lassen, im Jahre 2016.
Die Armeeführung ist stark beunruhigt über die Reaktion der Öffentlichkeit auf den Mord in Hebron im Frühjahr, als ein Soldat vor laufender Kamera einen wehrlosen palästinensischen Gefangenen erschoss. Während die IDF-Kommandeure versuchen zu ergründen, wieso ihre Soldaten so handeln und eine Mordanklage vorbereiten, wird der Soldat von weiten Teilen der Bevölkerung quasi als "Held" gefeiert, nur so könne man mit Palästinensern umgehen.

Die korrekte Haltung des Kommandos in dieser Frage rief auch den Zorn hochrangiger Regierungsmitglieder infolge hervor. Mit Rückendeckung des Ministers indes hat Generalstabschef Eisenkot seit Amtsübernahme am 16. Februar d.J. den Chefrabbiner der Armee entlassen und begonnen, die Befugnisse der Armeerabbiner zu beschneiden, die einen ähnlich unheilvollen Einfluß in moralischer und taktischer Hinsicht auszuüben scheinen, wie weiland die Politkommissare in der Roten Armee. Auch eine neue Einsatzdoktrin wird ausgearbeitet, die Zivilisten schützen soll.

Das konnte und kann den Rechten in "Bibis" Kabinett nicht schmecken. So kochte der Konflikt hoch und gipfelte zunächst in der heutigen Demission des Verteidigungsministers. Putschgerüchte schwirren und die linksliberale Zeitung Haaretz rief die Armeeführung bereits vor einigen Tagen offen zum Putsch auf.
Wenn die Regierung Werte annimmt und kultiviert, die die Armeeführung als Bedrohung für die Existenz des Landes ansieht, und wenn die Öffentlichkeit, die die Soldaten der Armee stellt, verlangt, die IDF müsse sich korrumpieren und verrohen, dann steht die Armeeführung vor einem Dilemma. Sie muß entscheiden, was die größte Bedrohung für die Existenz des Landes darstellt: Sind es tausende Raketen und palästinensische Messerstecher, oder ist eine Regierung, die die Öffentlichkeit in ein Monster formt, das Israels grundlegende demokratische Werte zu verschlingen droht.
Und in den deutschen Medien? Alles ruhig. Ich halt mal ein Auge drauf.

Update 16:50: Während ich den Artikel geschrieben habe, hat auch die Tagesschau eine Meldung veröffentlicht (hier), heute schweigt noch, ebenso SPON und WELT.

Update 5:01 am 21. Mai: Bei uns (und im ORF) immer noch keine Infos, während der ehemalige israelische Premierminister und Verteidigungsminister Barak die Regierung Netanjahu offen als "Faschisten" bezeichnet. Da heiligt einer aber den Sabbath nicht.

Donnerstag, 19. Mai 2016

Hey, da geht noch was.


TLDR: Clinton wird gegen Trump nicht gewinnen und es ist gut möglich, daß das mehr als 150 Jahre alte Zweiparteiensystem zerbricht.

Hillary Clinton, und hier lege ich mich schon mal fest, wird nicht die nächste Präsidentin der vereinigten Staaten.  Steil, huh? Sagt die ganze Pressemeute doch was anderes. Klar, sie emulieren nach Trumps "Überraschungserfolg" ein wenig Vorsicht, aber eigentlich ist die Sache - zumindest in deutschen Medien - sonnenklar. Der Hilluminator wird der nächste Präsident.

Nö.

Politik des Stillstands und das Pfeifen im Keller

Das politische System in den USA transformiert gerade, es zerbricht nicht, aber es verändert sich und erweist sich in diesem Übergangszustand als höchst volatil, zumindest für das Wahljahr 2016. Trotzdem halten die Granden der demokratischen Partei an Hillary (noch?) fest. Da beginnt das Pfeifen im Keller. In Zeiten der Unruhe und des Umbruchs ist es verdammt schwer, eine Kandidatin durchzubringen, die als Apotheose des status quo gelten kann, der gerade von der Bevölkerung unter den Bus geworfen wird.

Mach ich nicht so oft...

...aber manchmal muß es sein. Ich denke, das ist einer der besten (und zitierfähigsten) Clips, die ich je auf YouTube gesehen habe. Ladies and Gentlemen: The Vagician.


Blöde wie 'ne Mistschaufel


Meine Herren, würden meine Spieler ihre Charaktere so agieren lassen (solche mit niedrigen Intelligenzwerten mal außen vor), würde ich die Spielleitung verweigern. Das ist Taschenlampenfallenlassertum par excellence und einfach nur noch ein Grund für in den Arsch treten.

Doch der Reihe nach. Derzeit läuft auf arte eine schwedische Hinterlandmystery namens Jordskott - Die Rache des Waldes. Wie üblich bei diesen Skandinaviendingern kompetent in allen Bereichen gefilmt, eine interessante Story, die sich bis jetzt entwickelt und...

...die "Heldin" des Film.

Dienstag, 10. Mai 2016

Der Leberkäse ist noch nicht gegessen.

Update: Nach derzeitigem Stand (Mittwoch, 16:30 MEZ) sind 97 % der Stimmen ausgezählt. Sanders hat jeden einzelnen Distrikt gewinnen können.



In zwei Stunden schließen die Wahllokale in West-Virginia.
"Nach allen Umfragen wird Bernie Sanders seine 20. Vorwahl nach Hause tragen. Sechs Prozentpunkte beträgt der durchschnittliche Vorsprung des Senators aus Vermont gegenüber der Ex-Außenministerin Hillary Clinton in den aktuellen demoskopischen Erhebungen, hat die Internet-Plattform RealClearPolitics.com errechnet."
Das berichtet die Welt. Landesweit sieht es für Sanders vs. Clinton mittlerweile ähnlich aus. Clinton ist ein bißchen so wie Leberkäse und Weißwurst - je mehr man von ihr weiß, desto unappetitlicher findet man das.

Der Vorsprung hält die WELT, das Intelligenzblatt der moralischen Verwesung, allerdings nicht davon ab, Clinton erneut zur bereits feststehenden Siegerin zu küren. Natürlich durch Einberechnung der Superdelegierten, die aber angesichts der zunehmenden Erosion von Clintons Beliebtheit gerade gegenüber Trump zu grummeln beginnen. Das ist noch nicht durch.

Zumal hat Clinton noch mit dem ein oder anderen Problem zu kämpfen, wie dem Verdacht auf Wahlmanipulation in zahlreichen Fällen während der Vorwahlen, unter anderem in New York City. Aber auch ganz allgemein verursacht die auffällige statistische "Fehlerquote" zugunsten Clintons während der gesamten Vorwahlen für verbreitetes Bauchgrimmen, ebenso die schmutzigen Tricks, die ihre Kampagne anwenden ließ. Dazu kommt noch die laufende FBI-Ermittlung gegen sie.
Einige Wahlen stehen noch an, und sie sehen fast alle gut für Bernie Sanders aus. Meine Prognose: Sie wird mit einiger Sicherheit am Ende mehr "Pledged Delegates" zur Convention bringen als Sanders, aber nicht die notwendigen 2382 Delegierten.

Super-Delegates werden entscheiden, und sie dürfen ihre Meinung ändern. Und vielen Dems beginnt zu dämmern, daß eine Kandidatur von Hilluminati das einzige ist, was Trump zu einem Sieg verhelfen kann.

Dienstag, 3. Mai 2016

Chaucer

S1: Ich werfe den Baron zu Boden und unterzieh ihn nicht eben sanft einer Leibesvistiation.
S2: FULL CAVITY SEARCH!
SL: (quietscht) Don't touch my netheryayas, you foppishly fancy faggot!
Alle: (Schweigen)
SL: Ihr habt echt nie Chaucer gelesen? Canterbury Tales?
S3: (unschuldig) Ist das prüfungsrelevant?
SL: Ich bin menschlich enttäuscht.
S1: Was finde ich?
SL: (sarkastisch) Eine in Hirschleder gebundene Ausgabe des Decamerone.
S1: Davon hab ich schon gehört. Schmuddelkram, oder? Ich stecks ein, das bringt Kohle.
SL: Örch.

Donnerstag, 21. April 2016

Dienstag, 19. April 2016

Lebenszeichen: Molari.

  • 4 cl Rum, Weiß
  • 4 cl Wodka
  • 6 cl starker Kaffee
  • 6 cl Vollmilch oder Sahne
  • 4 cl Zuckersirup
  • ¼ von den kleinen Fläschchen Vanillearoma

Im Shaker auf viel Eis schütteln und straight up in Likorkelchen kredenzen. Ergibt vier Portionen und einen Schluck für den Mixer. Ein (hoffentlich irgendwann mal) klassischer Afterdinner Sweet. Protipp: Mit einem Eiweiß wird der Drink seidiger, mit einem Eigelb gehaltvoller (vorquirlen) und wer eine Katastrophe möchte, nimmt ein ganzes Ei.

(Ja, der Blog lebt noch, ich bin derzeit nur heftig eingespannt.)