Sonntag, 2. August 2015

O tempora o mores.

Wir alle sind ein gutes Stück paranoider geworden. Als 2011 die erste Staffel American Nitemare "lief", da waren die Spieler sehr freizügig im Umgang mit den Handies ihrer Charaktere. Hat es meinen NSC leicht gemacht, immer auf dem Stand der SC zu sein. Als ich versucht habe, ihnen zu erklären, was man mit angeschalteten Handies so alles anfangen kann, war bei einigen Spielern die Reaktion, das sei sogar für einen Verschwörungsthriller etwas paranoid.

Derzeit läuft die zweite Staffel. Gestern hat diese dann begonnen richtig anzuziehen. Und Mann o Mann waren die Akkus oder gleich die ganzen Geräte aus dem Spiel genommen. So schnell konnt ich gar nicht gucken.

Yopp. Edward Snowden ist auch im teutonischen Rollenspiel angekommen.

Montag, 13. Juli 2015

Wir haben eine totale und uneingeschränkte Niederlage erlitten.

Im unteren Bild sind acht
Unterschiede versteckt. Finden Sie alle?
In meinem Garten weht Schwarz-Rot-Gold über dem Grill. Ich bin gerne Deutscher. Ich bin nicht "stolz" darauf, aber ich liebe die Sprache, mit der ich aufgewachsen bin, ich liebe die Wälder, die mich (noch) umgeben, und ich liebe das Licht der Julinachmittage. Ich bin gerne Deutscher. Ich bin auch Europäer, ich spreche gut Fremdsprachen, folge landestypischen Sitten und bin viel gereist.

Als 2006 zur WM Flagge zeigen wieder "cool" wurde, da trat den Antideutschen der Schaum vor den Mund. Ich hab nur mit den Augen gerollt - das war nicht immer stil- und geschmackssicher, aber geifern mußte man deswegen bestimmt nicht. Naja, "Schlaaaand" ist schon sowas, wo man kotzen mochte und immer noch möchte. Aber damals wurden unsere die "Weltmeister der Herzen", und das Deutschlandbild in der Welt hatte sich endgültig zu wandeln begonnen, sogar bei den Niederländern.

Siebzig Jahre hat diese Nation dafür gebraucht, das Bild des häßlichen Deutschen vergessen zu machen.

Montag, 6. Juli 2015

Blue Box is here

Ich hab sie noch nicht in der Hand. Noch nicht. Aber das, das ist ein Muß: Uli Lindner stellt die Einsteigerbox für Splittermond vor. Und was er da auspackt, da ist - wie es scheint - wirklich fast alles drin, was ich von einer Einsteigerbox verlange / erwarte / erwünsche / erhoffe / erträume. Da ist sogar ein Solo für vollkommene Noobs drin (was natürlich ganz oben liegen sollte, aber ich spalte schütteres Einzelhaar hier). Ich weiß nicht, vielleicht haben sie bei mir gelesen, vielleicht nicht, ist mir so egal. Nun aber Jungs:

Bringt das Ding unters Volk!

Sorgt dafür, daß die Blue Box ein Begriff wird, wie es die Red Box war. Hey, das schuldet ihr euren eigenen Mühen.

Ach ja, und vom ersten Eindruck ohne Lesen: Baut das System noch auf höhere Heldengrade aus (Splittermond-Expertenbox) und stellt eine Balance her wie zwischen AD&D 1 und BEAM-D&D. Alles (ich meine alles), was ihr im Unboxing als "Kürzungen" anmerkt, sind für mich Verbesserungen eures Systems! Nur die limitierten Heldengrade stören (auch wenn ich verstehe, warum sie da sind).

Box wird bestellt. Vielleicht kann ich mich mit all dem Blau doch noch anfreunden.

Sonntag, 5. Juli 2015

Wir haben mehr Seiten und dickere Pappe.

Yahhh..... Ihr denkt, ihr müßt damit ankündigen, daß DSA 5 im Druck ist? Mehr Seiten und dickere Pappe? Ich bin mir nicht sicher, daß das nach den letzten Monaten als Fanboy mein Hauptaugenmerk wäre. Zumal. "Mehr Seiten" ist in den Augen vieler kein Qualitätsmerkmal darstellt sondern eher so, naja, das Gegenteil. Meine grünen gehören dazu.

Aber was solls. Ihr kennt eure Kundschaft. Die zählt Seiten und beißt auf Pappe. Ich wart aufs PDF. Und dann bau ich einen Charakter. Und dann schreib ich drüber.

Und ihr plant auch "irgendwas mit Erzählrechten" munkelt, und kunkelt und raunt es? Ihr baut einen der inhaltslosesten Begriffe in DSA ein? Irgendwie (anders geht das nämlich nicht). Yaaaaah. This gonna be fun.

Thanks Obama.

OXI


Heut kann der Beginn einer historischen Zäsur liegen. Wahrlich, wir leben in aufregenden Zeiten, auch wenn wir das gar nicht wollten.

Donnerstag, 18. Juni 2015

What the fuck, Edeka?!

Kaufhausradio schmilzt Hirnzellen ab, is' ja nix Neues. Deswegen hasse ich es so, z.B. bei Edeka einzukaufen - Duchsagen, daß irgendein Industriemolkenprodukt "im Kühlregal abgeholt werden will", verderben mir den Tag. Im Zehnminutentakt allemal.

Aber heut' haben sie auch noch David Cronenberg mit der Gestaltung betraut. Eine sonore Stimme schmeichelt sich ins Ohr, spricht von sommerlichen Grillfreuden, von Krusten und Fleischsäften, die beim Anschneiden ins Holzbrett sickern. Mann, dafür sollte man nicht unbedingt die deutsche Synchronstimme von Anthony Hopkins alias Hannibal Lector anheuern.

In irgendeiner Marketingabteilung macht ein Vollidiot also den Vorschlag, die Fleisch- und Grillprodukte des Hauses vom bekanntesten Kino-Kannibalen der Welt anpreisen zu lassen. Und alle anderen Idioten am Tisch nicken dazu.

Da weiß man doch, wofür die bezahlt werden.

Dienstag, 16. Juni 2015

A World Beyond - Flopp-Flopp!

Hey, Disney floppt mal wieder. Zwar nicht ganz so arg, wie es scheint, wie mit John Carter aber Bauchlandung genug ist es. Die "Welt" nimmt sich des Themas an.
Hier schien doch nun wirklich alles für einen Blockbuster zu sprechen: Eine Originalstory statt einer aufgewärmten Idee, gigantische Schauwerte, ein Erfolgsregisseur wie Brad Bird (...), ein sicherer Kassenmagnet wie George Clooney. Doch all das half nichts gegen die ausbleibenden Zuschauer, seit dem Start des Films hat er weltweit gerade mal 170 Millionen US-Dollar eingespielt.
Über die Gründe für den Flop John Carters hatte ich seinerzeit ja geblogged. Muß ich in diesem Fall gar nicht machen. Springers Blatt für kulturpolitisch Halbverrohte hat eine Kritik zu bieten, in der sich der Kritiker als Fan outet. Das ist zwar legitim, ist aber angesicht des Fazits einfach nur unverständlich
Ganz nebenbei, fast unbemerkt erzählt "Tomorrowland" die Geschichte von einem quasipädophilen Verhältnis zwischen einem Roboterkind und ihrer erwachsen gewordenen Jugendliebe. (...) Stattdessen plädieren sie überzeugend dafür, dass die Art, wie man sich vor fünfzig Jahren die Zukunft vorgestellt hat, auf keinen Fall in der Mottenkiste verstauben sollte.
a) Creepy. b) Die Zukunft, die man sich 50 Jahren vorgestellt hat, wurde von einem guten Dutzend real-existierender Dystopien in den Staub getreten und zermalmt. Mit anderen Worten: Verarschen kann ich mich alleine. Wer sowas als "gut" empfindet, beömmelt sich auch über einen Film, in dem "The Fonz" auftritt.

Samstag, 13. Juni 2015

Der Bulle vom Kosch?

Die Homeriker stellen langsam den Produktfahrplan für DSA-5 vor. Macht tatsächlich neugierig, und die Cover wissen durchaus auch zu gefallen (wie Arkanil anmerkt). Für das neue DSA gibt es natürlich auch wieder ein Einführungsabenteuer. Die haben mir - von den spezifischen DSA-Unannehmlichkeiten abgesehen - eigentlich immer ganz gut gefallen (Das Grabmal von Brig-Lo, In der Höhle des Seeogers, Über den Greifenpaß). Selbst der eher mäßige Alchemyst war zumindest tauglich, wenn man einen gewissen Über-NSC-Plot rausgeworfen hatte.

Einsteigerabenteuer waren stets eine Stärke der Redax, und auch aventurischer Geschmack war da immer pralle drin (man muß ihn halt mögen), der etwas spießig-märchenhafte.

Offenbarung des Himmels heißt das neue Einsteiger-AB, das ab August erhältlich sein wird. Ein etwas kitschiger Titel, der nach Lore-Roman schmeckt, ein schönes Umschlagbild wie ein Postkartenmotiv, und als Genre angegeben sind "Detektivgeschichte, Heimatgeschichte".

Wait, what?!

Bei "Heimatgeschichte" denke ich tatsächlich an Lore-Roman, nicht an Lokalhistorie (was hier vielleicht gemeint ist). Und in Verbindung mit "Detektivgeschichte" bin ich da ganz schnell beim Bullen von Tölz, beim deutschen Provinzkrimi im Biedermeier.

Wäre mir jetzt als Genre für Fantasy-RSP noch nicht begegnet. Aber auf Aventurien kann das klappen. Ja, irgendwo im schönen Kosch, "bekannt für seine atemberaubend schönen, urtümlichen Landschaften und die ausgesprochene Gastfreundschaft seiner Bewohner".

Ja, hier kann das funktionieren. Kommt mal auf die Liste. Wenns gut ist, krieg ich vielleicht sogar Lust, meinen DSA1-Retroklon auszupacken.

Freitag, 12. Juni 2015

Tschingderassa Bumm Bumm.

Inspiriert durch französische
Surrealisten: Deutsche Panzer
Sehr geehrte Deutsche,
sehr geehrter Deutscher,

machen Sie sich keine Sorgen. Bei den seismischen Phänomenen, die Sie in den letzten Wochen verspürt haben mögen, gibt es keinen Zusammenhang mit Fracking. Nein, das sind nur die Herren Guderian und Rommel, die in sechs Fuß Tiefe rotieren und heißlaufen.

Der Puma, "unser" neuer Schützenpanzer hat 'ne Bremsanlage, die nicht ausreicht. Er muß auf 50 km/h abgeregelt werden und ist damit deutlich langsamer als der schwere Leopard 2. Das muß man auch erstmal schaffen. Die Nation, deren Armee einst die mobile Kriegsführung revolutionierte, ist 70 Jahre später nicht mehr in der Lage, ein paar Bremsen in 'nen Kampfwagen zu flanschen.

Dschörman Inscheniering ät its best. Oder französischer Surrealismus - in Wahrheit ist das kein Panzer, sondern nur das Abbild eines Panzers. Wäre eine gute Geldanlage. Wenn man bedenkt, was ein Magritte bei Sothebys bringt, sind die knapp 9 Millionen Stückpreis für dieses rollende Dosenpfand fast ein Schnäppchen. Performance Art im Rüstungsministerium.

Auch der Rest der aktuellen Ausrüstung mutet stellenweise an, als wäre Dada wieder modern.

  • G36 Sturmgewehr: Standardwaffe der Truppe, nicht benutzbar an sonnigen Tagen.
  • Airbus A400 M: Neues Transportflugzeug, dessen Software es unter bestimmten Voraussetzungen in den Boden ömmelt.
  • Marinehubschrauber NH90: Abgesehen von einem Dutzend Mängel "im Prinzip" einsatzbereit. Halt nur nicht über dem Meer, was für einen Marinehubschrauber nicht die günstigste Konfiguration darstellt. Ach ja, und nicht zu schwer beladen, ja?

Wer, oder besser was sitzt bei uns in den Beschaffungsämtern? Möpse? Die scheinen zu blöd, Milch einzukaufen, die legen das Geld in die Kanne. Sollten wir heute aus irgendeinem Grund für die Armee Pferde brauchen, werden wir interessante dreibeinige Kreaturen in den Nachrichten sehen. Im Prinzip einsatzbereit, sobald der Hersteller die Gleichgewichtsprobleme gelöst hat.

Soweit so schlecht, aber diesen immer noch überraschend mobilen Wertstoffhof ggf. gen Osten in Bewegung setzen, um den pöhsen Iwan zu mobben - wie kommt man bittschön auf so eine bescheuerte Idee?! Die luxemburgische Verkehrspolizei lacht die doch aus. Die Bundeswehr zieht mit angemalten Besenstielen ins Übungsgefecht. Und was machen die dann, wenn der Russe kommt? "Peng Peng" rufen?

Nenene, laßt die Jungs und Mädels mal schön zuhause. Bevor wir als Nation in völkerrechtswidrige Kriege verwickelt wurden, hatte die Bundeswehr mal den Slogan von der "Friedensarmee". Ich gratuliere zum heutigen Tage als alter Pazifist.

Mission accomplished.