Donnerstag, 18. Juni 2015

What the fuck, Edeka?!

Kaufhausradio schmilzt Hirnzellen ab, is' ja nix Neues. Deswegen hasse ich es so, z.B. bei Edeka einzukaufen - Duchsagen, daß irgendein Industriemolkenprodukt "im Kühlregal abgeholt werden will", verderben mir den Tag. Im Zehnminutentakt allemal.

Aber heut' haben sie auch noch David Cronenberg mit der Gestaltung betraut. Eine sonore Stimme schmeichelt sich ins Ohr, spricht von sommerlichen Grillfreuden, von Krusten und Fleischsäften, die beim Anschneiden ins Holzbrett sickern. Mann, dafür sollte man nicht unbedingt die deutsche Synchronstimme von Anthony Hopkins alias Hannibal Lector anheuern.

In irgendeiner Marketingabteilung macht ein Vollidiot also den Vorschlag, die Fleisch- und Grillprodukte des Hauses vom bekanntesten Kino-Kannibalen der Welt anpreisen zu lassen. Und alle anderen Idioten am Tisch nicken dazu.

Da weiß man doch, wofür die bezahlt werden.

Dienstag, 16. Juni 2015

A World Beyond - Flopp-Flopp!

Hey, Disney floppt mal wieder. Zwar nicht ganz so arg, wie es scheint, wie mit John Carter aber Bauchlandung genug ist es. Die "Welt" nimmt sich des Themas an.
Hier schien doch nun wirklich alles für einen Blockbuster zu sprechen: Eine Originalstory statt einer aufgewärmten Idee, gigantische Schauwerte, ein Erfolgsregisseur wie Brad Bird (...), ein sicherer Kassenmagnet wie George Clooney. Doch all das half nichts gegen die ausbleibenden Zuschauer, seit dem Start des Films hat er weltweit gerade mal 170 Millionen US-Dollar eingespielt.
Über die Gründe für den Flop John Carters hatte ich seinerzeit ja geblogged. Muß ich in diesem Fall gar nicht machen. Springers Blatt für kulturpolitisch Halbverrohte hat eine Kritik zu bieten, in der sich der Kritiker als Fan outet. Das ist zwar legitim, ist aber angesicht des Fazits einfach nur unverständlich
Ganz nebenbei, fast unbemerkt erzählt "Tomorrowland" die Geschichte von einem quasipädophilen Verhältnis zwischen einem Roboterkind und ihrer erwachsen gewordenen Jugendliebe. (...) Stattdessen plädieren sie überzeugend dafür, dass die Art, wie man sich vor fünfzig Jahren die Zukunft vorgestellt hat, auf keinen Fall in der Mottenkiste verstauben sollte.
a) Creepy. b) Die Zukunft, die man sich 50 Jahren vorgestellt hat, wurde von einem guten Dutzend real-existierender Dystopien in den Staub getreten und zermalmt. Mit anderen Worten: Verarschen kann ich mich alleine. Wer sowas als "gut" empfindet, beömmelt sich auch über einen Film, in dem "The Fonz" auftritt.

Samstag, 13. Juni 2015

Der Bulle vom Kosch?

Die Homeriker stellen langsam den Produktfahrplan für DSA-5 vor. Macht tatsächlich neugierig, und die Cover wissen durchaus auch zu gefallen (wie Arkanil anmerkt). Für das neue DSA gibt es natürlich auch wieder ein Einführungsabenteuer. Die haben mir - von den spezifischen DSA-Unannehmlichkeiten abgesehen - eigentlich immer ganz gut gefallen (Das Grabmal von Brig-Lo, In der Höhle des Seeogers, Über den Greifenpaß). Selbst der eher mäßige Alchemyst war zumindest tauglich, wenn man einen gewissen Über-NSC-Plot rausgeworfen hatte.

Einsteigerabenteuer waren stets eine Stärke der Redax, und auch aventurischer Geschmack war da immer pralle drin (man muß ihn halt mögen), der etwas spießig-märchenhafte.

Offenbarung des Himmels heißt das neue Einsteiger-AB, das ab August erhältlich sein wird. Ein etwas kitschiger Titel, der nach Lore-Roman schmeckt, ein schönes Umschlagbild wie ein Postkartenmotiv, und als Genre angegeben sind "Detektivgeschichte, Heimatgeschichte".

Wait, what?!

Bei "Heimatgeschichte" denke ich tatsächlich an Lore-Roman, nicht an Lokalhistorie (was hier vielleicht gemeint ist). Und in Verbindung mit "Detektivgeschichte" bin ich da ganz schnell beim Bullen von Tölz, beim deutschen Provinzkrimi im Biedermeier.

Wäre mir jetzt als Genre für Fantasy-RSP noch nicht begegnet. Aber auf Aventurien kann das klappen. Ja, irgendwo im schönen Kosch, "bekannt für seine atemberaubend schönen, urtümlichen Landschaften und die ausgesprochene Gastfreundschaft seiner Bewohner".

Ja, hier kann das funktionieren. Kommt mal auf die Liste. Wenns gut ist, krieg ich vielleicht sogar Lust, meinen DSA1-Retroklon auszupacken.

Freitag, 12. Juni 2015

Tschingderassa Bumm Bumm.

Inspiriert durch französische
Surrealisten: Deutsche Panzer
Sehr geehrte Deutsche,
sehr geehrter Deutscher,

machen Sie sich keine Sorgen. Bei den seismischen Phänomenen, die Sie in den letzten Wochen verspürt haben mögen, gibt es keinen Zusammenhang mit Fracking. Nein, das sind nur die Herren Guderian und Rommel, die in sechs Fuß Tiefe rotieren und heißlaufen.

Der Puma, "unser" neuer Schützenpanzer hat 'ne Bremsanlage, die nicht ausreicht. Er muß auf 50 km/h abgeregelt werden und ist damit deutlich langsamer als der schwere Leopard 2. Das muß man auch erstmal schaffen. Die Nation, deren Armee einst die mobile Kriegsführung revolutionierte, ist 70 Jahre später nicht mehr in der Lage, ein paar Bremsen in 'nen Kampfwagen zu flanschen.

Dschörman Inscheniering ät its best. Oder französischer Surrealismus - in Wahrheit ist das kein Panzer, sondern nur das Abbild eines Panzers. Wäre eine gute Geldanlage. Wenn man bedenkt, was ein Magritte bei Sothebys bringt, sind die knapp 9 Millionen Stückpreis für dieses rollende Dosenpfand fast ein Schnäppchen. Performance Art im Rüstungsministerium.

Auch der Rest der aktuellen Ausrüstung mutet stellenweise an, als wäre Dada wieder modern.

  • G36 Sturmgewehr: Standardwaffe der Truppe, nicht benutzbar an sonnigen Tagen.
  • Airbus A400 M: Neues Transportflugzeug, dessen Software es unter bestimmten Voraussetzungen in den Boden ömmelt.
  • Marinehubschrauber NH90: Abgesehen von einem Dutzend Mängel "im Prinzip" einsatzbereit. Halt nur nicht über dem Meer, was für einen Marinehubschrauber nicht die günstigste Konfiguration darstellt. Ach ja, und nicht zu schwer beladen, ja?

Wer, oder besser was sitzt bei uns in den Beschaffungsämtern? Möpse? Die scheinen zu blöd, Milch einzukaufen, die legen das Geld in die Kanne. Sollten wir heute aus irgendeinem Grund für die Armee Pferde brauchen, werden wir interessante dreibeinige Kreaturen in den Nachrichten sehen. Im Prinzip einsatzbereit, sobald der Hersteller die Gleichgewichtsprobleme gelöst hat.

Soweit so schlecht, aber diesen immer noch überraschend mobilen Wertstoffhof ggf. gen Osten in Bewegung setzen, um den pöhsen Iwan zu mobben - wie kommt man bittschön auf so eine bescheuerte Idee?! Die luxemburgische Verkehrspolizei lacht die doch aus. Die Bundeswehr zieht mit angemalten Besenstielen ins Übungsgefecht. Und was machen die dann, wenn der Russe kommt? "Peng Peng" rufen?

Nenene, laßt die Jungs und Mädels mal schön zuhause. Bevor wir als Nation in völkerrechtswidrige Kriege verwickelt wurden, hatte die Bundeswehr mal den Slogan von der "Friedensarmee". Ich gratuliere zum heutigen Tage als alter Pazifist.

Mission accomplished.

Dienstag, 9. Juni 2015

Krähenwasser - Das Einsteigerabenteuer des Blauen Auges

Endlich mal dazu gekommen, das Geheimnis des Krähenwassers, das Einsteigermodulabenteuer von Splittermond genauer zu lesen. Vielleicht schließt sich ein kleines Testspiel am kommenden WE an (dann aber ganz sicher mit anderen Regeln).

In Kürze

Das Geheimnis des Krähenwassers
Einsteigerabenteuer für Splittermond
von Tobias Hamelmann
Uhrwerk-Verlag, PDF mit 69 Seiten, EU 7,50
Note: Noch gut (2-)

Insgesamt ein schönes Abenteuer, das detailliert zu besprechen sich lohnt. Vorher aber eine Klarstellung. Einen meßbaren Unterschied zu vergleichbaren DSA-Publikationen konnte ich nicht finden, ohne daß dies eine Wertung darstellen würde. Es ist einfach so und das will ich später auch näher erläutern.

Ach ja: Spoiler-Alert.

Dienstag, 2. Juni 2015

Über allen Gipfeln ist Ruh'

Etwas verspätet denkt ein SPON-Mitarbeiter über den G7-Gipfel nach und gebiert - sicher unter Schmerzen in dem intellektuellen Umfeld - eine Art Gedanken. Es sei dumm, Putin nicht eingeladen zu haben, denn nur mit Putin lasse sich die Krise in der Ukraine lösen, nicht aber ohne ihn.

Bravo! Siehst Du, lieber Spiegelredakteur, es mag wehtun, aber es tötet nicht, das Denken.

Falsch ist der Gedankengang natürlich trotzdem. Er geht nämlich davon aus, daß die G7-Regierungschef den Konflikt lösen, also friedlich beenden wollen. Das ist eine Annahme für die es leider keinerlei Beleg gibt. Wenn wir uns die Nachrichten der letzten 14 Monate ansehen, so können wir erkennen, daß von Beginn an die EU und die USA den Konflikt um die Ukraine gegen Russland mit allen Mitteln forciert haben.

Die wollen den Konflikt nicht lösen, die wollen verdammt nochmal den Krieg gewinnen, den sie begonnen haben. Das ganze Friedensgesabbel ist doch nach den Ereignissen als reine Fassadenmalerei leicht zu erkennen.

Niemand hat die Absicht einen Frieden zu erlangen. (Wiederholen in fistelndem Sächsisch, bitte.) Aber, lieber Redakteur, weitermachen! Irgendwann kommt auch was Valides raus...

Donnerstag, 21. Mai 2015

Schnuppert an den Grabsteinen am Wegesrand.

Gerade über Bannbaladin mitbekommen: Die Homeriker planen für den Abschied von DSA 4 eine zweibändige, luxuriöse Komplettedition von süßen 2000 Seiten Regelwerk. Also wenn man alles zusammenrechnet. Die Wegebände kommen wohl auf je 650 und die beiden Zauberbücher auf je 350 Seiten, so grob mal mit dem Hamster über den Daumen geschlagen. Cool. Man sieht sofort, worauf man sich einläßt und das Hantieren vieler Einzelbände wird reduziert

Richtig angefaßt wird da sogar noch etwas mit Mehrwert draus. Angemessen spielen mit diesem Trümmer kann man eigentlich nur die einbändige ziegelgebundene Ausgabe der Borbelkampagne. Sollte man also nochmal auflegen, am besten in einer zweigleisigen 4-5-kompatiblen Ausgabe. Das würde dieses Fantasy-Kursbuch nochmal um 200 Seiten auffetten, wenn ich allein an den anzupassenden Magieschwurbel denke.

Dazu gibt es auch Accessoires. Zollgroße Würfel aus Stahl mit passendem Becher aus dickem Ochsenleder, Charakterbögen als teakgefaßte weiche Bleitafeln, in die man mit Stahlnadeln ritzt. Dazu eine Neuauflage von Lanze, Helm und Federkiel mit gravierten Kupferplättchen. Das ganze paßt in den "Danke-4.X-Rucksack", der natürlich aus Tropenholz einem Hartholzharnisch nachempfunden ist. (Vielleicht kann man ja auch noch für alle Zwölfgötter die grundlegenden Lehren als Steintafeln mit 'reinpacken.)

Das Schwarze Auge hätte die besttrainierten, muskulösesten und gesündesten (Warum gibt es keine Aventurischen Frühstücksflocken? Bornländer Weizenkleie oder so? Sagt das noch irgendjemand außer mir, "Frühstücksflocken"?) Spielleiter der Welt. Meister mit Six-Packs und Schultern wie ein Schwertkönig.

Oder die kaufen sich einfach Zwergponies mit Packtaschen. Das ist dann immerhin süß.

Auch wenn sie diese wertvollen Anregungen nicht aufnehmen werden: Auf alle Fälle lassen sie's also nochmal krachen, die Homeriker, vor dem Aufbruch in die noch dunklen Weiten von DSA 5, an dessen Ufern man bislang nur entlangplätscherte und jetzt aufbricht ins unbekannte Innere, wo die Tommeln durch die Nacht grollen - hic sunt dracones et fanatici.

Und egal, wie man letztlich zu DSA 4.1 steht - es hatte über ein Jahrzehnt und mehr einen maßgeblichen Einfluß auf unser Hobby, es formte viele Spielerseelen, ließ manche in der Dunkelheit zurück, führte andere dann doch in ein ihm eigenes Licht, oder in das anderer Systeme. Es zeigte uns, was man liebt oder eben haßt, oder wie man die Arschbacken zusammenkneift und mit der Gruppe trotzdem Spaß hat.

Vielleicht ist das das wahre Vermächtnis von DSA 4: System matters, friendship matters more.

Etwas von dieser Tragweite verdient eine würdige Abschiedsedition, das hat die Redax richtig erkannt. Und so wie die Vorabcover im Shop aussehen, gemahnen sie an Grabsteine. Was passend ist. Verneigen wir uns dann also, wenn die Stunde gekommen sein wird, ein letztes Mal vor dem Größten Rollenspiel aller Zeiten, das nie wieder von deutschem Boden ausgehen soll.

Mach's gut, DSA 4, und bitte, bitte mach's besser DSA 5.

Kann mir übrigens jemand etwas erklären, was mich rasend macht? Die bieten ein DSA-Würfelset mit acht Zwanzigern an. Acht! Warum acht? Müßten das nicht sechs oder neun sein? Hab ich was verpaßt?

(Die meisten der hier genannten Artikel würden sich übrigens verkaufen. Sogar Zwergponies.)

Mittwoch, 20. Mai 2015

Das Biedermännchen

Ein als Comedian verkleideter Kleinbürger, der anderen genau die Vokabeln verbieten möchte, die er selbst auf der Bühne verwendet? Boah, ist das scheiße, das ist fast so scheiße wie die Aktion des ZEIT-Granden gegen Die Anstalt. Meinungsfreiheit ist keine Einbahnstraße, und das ist auch gut so.

Ich kenne für derlei intellektuelle Verhaltensauffälligkeiten ad hoc vier Begriffe (wenn ich nachdenke fallen mir noch mehr ein), von denen ich jedoch keinen hier nennen kann, da die Gefahr besteht, daß ich sonst vor Gericht lande.

Ja, Typen wie der Nuhr zerren Dich vor Gericht für das, was sie selber tun. Interessantes Verständnis der eigenen Rolle innerhalb einer Demokratie offenbart das. Aber saturierte Biedermännchen waren schon immer der Meinung, ihnen stünde mehr Gleichheit zu.

Ansonsten, Herr Nuhr, wenn ich schon mal meine Zeit an Sie verschwende: Bei neunzig Prozent ihrer lautlichen Absonderungen sollten Sie sich vorher bitte-bitte-bitte an Ihren eigenen Rat halten, den mit Ahnung und Fresse und so.